• Protest gegen die rechte Kundgebung "Heilbronn wach auf" auf dem Kiliansplatz am 7. Februar 2016

200 Menschen zeigen Gesicht gegen rechte Parolen

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Am vergangenen Sonntag, den 7. Februar 2016, beteiligten sich rund 200 Menschen an den Protesten gegen eine rechte Kundgebung auf dem Kiliansplatz in Heilbronn.

Das Bündnis „Netzwerk gegen Rechts Heilbronn“ (NgR) hatte unter dem Motto „Zusammen stehen!“ dazu aufgerufen, Gesicht gegen rechte und rassistische Positionen zu zeigen. Unterstützt wurde der Aufruf vom DGB Stadt- und Kreisverband Heilbronn, von ver.di Heilbronn-Neckar-Franken und dem Bündnis „Heilbronn sagt nein“.

Bereits im Vorfeld war der Kiliansplatz mit Gittern und Polizeiautos großzügig abgesperrt worden. 150 zum Teil voll ausgerüstete Polizist*innen waren vor Ort – unterstützt von mehreren Polizeipferden.

In Redebeiträgen des DGB, der Jusos, der Partei Die Linke, einer aus Syrien Geflüchteten, der Organisierten Linken Heilbronn (IL) und der ver.di-Jugend Heilbronn-Neckar-Franken wurde deutlich gemacht, dass in ‪Heilbronn kein Platz für Rassismus und rechte Parolen ist und dass die Ursache für sexuelle Gewalt und Sexismus nicht durch Hetze gegen Geflüchtete gelöst wird.

Während der Kundgebung ließ es sich die Polizei nicht nehmen, die antirassistische Aktion abzufilmen. Die meisten Kundgebungsteilnehmer*innen ließen sich von der Kälte nicht beeindrucken und blieben bis zum Schluss der rassistischen Veranstaltung. Mit Parolen, Schildern, Transparenten und Konfetti-Kanonen setzten sie ein wahrnehmbares und buntes Zeichen gegen die rechte Präsenz in der Stadt.

Laut Presseberichten wurde im Umfeld der Kundgebung ein Fahrzeug mit Farbbeuteln beworfen.

Auf dem Kiliansplatz nahmen derweil ca. 250 Menschen an der Aktion von „Heilbronn wach auf“ teil. An der vor allem von Russlanddeutschen getragene Veranstaltung beteiligten sich auch bekannte Heilbronner RechtspopulistInnen und Nazis wie Karl Michael Merkle alias „Michael Mannheimer“ oder Lars Käppler.

Zwar bekundeten einige Redner*innen ihre Distanz zu Rassismus und rechten Parteien. Ob es zu einer klaren Abgrenzung oder zu einer Allianz wie bei den rassistischen Kundgebungen in Öhringen kommen wird, bleibt aber abzuwarten.

Mit Musik, Parolen und verschiedenen Redebeiträgen konnte zwar ein vielfältiger und von vielen Gruppen getragener Gegenprotest organisiert werden. Es bleibt jedoch festzustellen, dass am Sonntag trotz der breiten Unterstützung weniger Menschen als erwartet gegen die rassistische Kundgebung auf die Straße gingen.

Sollte es in den kommenden Wochen weitere Mobilisierungen von „Heilbronn wach auf“ geben, wird sich zeigen, ob es gelingt mehr Menschen dagegen zu mobilisieren.

Artikel der Heilbronner Stimme