400 Menschen gegen Rassismus und rechte Hetze in Öhringen

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An einer bunten Demonstration unterschiedlicher Gruppen und Organisationen unter dem Motto „Kein Platz für Rassismus und rechte Hetze in Öhringen“ beteiligten sich am 5. Dezember 2015 mehrere hundert Menschen.

Bei einer Auftaktkundgebung am Öhringer Bahnhof gingen Redner*innen der „Grünen Jugend Hohenlohe“, der „Organisierten Linken Heilbronn (IL)“, der „DKP Schwäbisch Hall/Hohenlohe“, der Initiative “Mergentheim gegen Rechts” und der „Jusos Heilbronn“ auf die rechte Hetze der letzten Wochen und Monate in Deutschland und der Region Hohenlohe ein. Auch die Ursachen für Flucht und Vertreibung und die menschenunwürdige Behandlung von Geflüchteten wurde thematisiert. Im Anschluss zogen die Demonstrierenden über den Innenstadtring zur „Alten Turnhalle“. Dort fand eine Kundgebung des ebenfalls gegen die Rassist*innen gerichteten Bündnisses „Öhringen ist bunt“ statt – allerdings nicht in Hör- und Sichtweite der parallel statt findenden rechten Kundgebung.

Knapp 100 Rassistinnen und Rassisten waren auch an diesem Tag dem Aufruf von „Hohenlohe wacht auf“ gefolgt.

Die Organisierte Linke Heilbronn (IL) schreibt dazu in ihrem Bericht:

Wenige hundert Meter entfernt hatten sich ein weiteres Mal die rechten HetzerInnen versammelt. Etwa 100 Rassistinnen und Rassisten waren dem Aufruf von „Hohenlohe wacht auf“ gefolgt. Gegen 16 Uhr zogen die RassistInnen darüber hinaus ungestört in einer Demonstration um die Öhringer Innenstadt. Wie zuvor angekündigt wurden dabei Weihnachtslieder gesungen, die Aufmerksamkeit der Öhringer Bürger*innen für den rechten Mob hielt sich trotzdem in Grenzen. Angeführt wurde der Aufmarsch von einem Transparent des rechtspopulistischen, islamfeindlichen Blogs „PI-News“ mit der Aufschrift „Stoppt die Islamisierung Europas“. „Politically Incorrect News“ ist einer der größten Islamhasser-Blogs in Deutschland und verfügt darüber hinaus über Aktivengruppen in mehreren Städten. Als die RassistInnen nach ihrem Rundgang auf ihren Kundgebungsplatz zurückkehrten, schlug ihnen der lautstarke Protest der Antirassist*innen entgegen. Behindert werden konnte der Aufmarsch allerdings nicht.